Trauma

Was ist ein Trauma?

Nach meinem persönlichen Erleben ist ein ein traumatisches Erlebnis eine psychische Naturgewalt. Es kann sich anfühlen wie ein seelisches Erdbeben oder wie ein Blitzeinschlag.

 

Entwurzelung und Verzweiflung

Betroffene Menschen werden entweder unmittelbar entwurzelt - aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld, aus ihrem (Arbeits)Leben, aus ihrem gesamten Lebensgefüge.  Die Entwurzelung und der Verlust des gesamten sozialen Gefüges kann aber auch zeitverzögert eintreten. Alle bis dahin gelernten und gelebten Werte verlieren ihre Bedeutung. In beiden Fällen bleibt der traumatisierte Mensch zutiefst erschüttert, hilfs- und orientierungslos zurück.  (Trauma-Definition Katrin Dohnt)

 

Trauma-Definition per Duden

Ein Trauma ist eine starke psychische Erschütterung, die (im Unterbewusstsein) noch lange wirksam ist.

 

Trauma-Definition Peter A. Levine

Ein Trauma ist im Nervensystem gebunden. Durch einschneidende Ereignisse hat das Nervensystem seine volle Flexibilität verloren. Wir müssen ihm helfen, wieder zu seiner ganzen Spannbreite und Kraft zurück zu finden.

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Als einer der Gründer von Somatic Experience (SE) und Pionier in der somatischen Trauma-Therapie gilt Peter A. Levine. Über Jahrzehnte hat er die Folgen von Stress und Traumata untersucht. Er hat Vergleiche mit der Tierwelt gestellt und dabei aufgezeigt, dass Tiere und Menschen in traumatischen Stress-Situationen  ähnliche Verhaltensmuster haben. Mehr zu Peter Levine >> Literatur >> 

 

Auch 2022 noch nicht bei jeder Ärztin angekommen:

Psyche und Körper gehören zusammen

Die Art Trauma um welche es auf diesen Seiten geht meint Extrem-Situationen und Erlebnisse, die mit der direkten Bedrohung des eigenen Lebens oder das eines nahestehenden Menschen einhergeht. Die Gewissheit sterben zu müssen oder um das blanke Überleben kämpfen zu müssen, versetzt den Betroffenen in einen physischen und psychischen Ausnahmezustand. >>>evtl auf Startseite

Im Moment der Todesangst werden Körper und Psyche Kräften ausgesetzt, die nach meinem persönlichen Erleben nicht in Worte zu fassen sind. Gehirn und Körper können solch eine extreme Stress-Situation nicht bearbeiten. Der betroffene Mensch wird psychisch zutiefst verletzt.

Vergleichbar mit einer offenen Wunde blutet eine psychische schwere Verletzung nach innen. Dort überschwemmt es sämtliche Organe. Das Dramatische daran: Es ist nicht sichtbar. 

 

bild mit schachfiguren

 

 

Ein Trauma ist keine Verrücktheit

Ein traumatisierter Mensch ist nicht verrückt. Verrückt haben sich Wahrnehmung, Vertrauen in das Leben, Vertrauen in die Mitmenschen. Das wiederum ist völlig normal nach einem Erlebnis, welches alles bisher Gelernte und Gelebte in Frage stellt und welches gar mit der Angst um das eigene Leben oder das eines nahestehenden Menschen einhergeht.

Ein traumatisierter Mensch bleibt ein Mensch 
Nach einem erlebten und überlebten traumatischen Erlebnis verhält sich der Betroffene völlig anders als zuvor. Unter Umständen scheint er für Angehörige und das soziale Umfeld ein völlig anderer geworden zu sein. Dies hat seinen Grund darin, dass das gesamte Lebensgefüge des traumatisierten Menschen auseinandergebrochen ist. 

Und dennoch bleibt ein traumatisierter Mensch ein Mensch und hat das Recht, als solcher behandelt zu werden. Auch und besonders für einen psychisch traumatisierten Menschen gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar!


Nach meinem Erleben steckt der Umgang mit psychisch traumatisierten Menschen in Deutschland in den Kinderschuhen. Ebenso wie der Umgang mit Menschen die aufgrund von Einschränkungen Tempo und Anforderungen unserer Hochleistungsgesellschaft nicht mehr gerecht werden können.

 

Viel Aufklärung ist notwendig

Meine nach dem Unfall gemachten Erfahrungen sind teilweise haarsträubend. Nicht nur Menschen ohne medizinische Aus- oder Vorbildung sind im Umgang mit traumatisierten Menschen überfordert. Auch unter Ärzten und Therapeuten erlebe ich bis heute Ahnungslosigkeit. Wird diese mit Ignoranz und Schuldzuweisung an den Betroffenen "erledigt", ist es nur ein kleiner Schritt zur Entmündigung und Re-Traumatisierung eines traumatisierten Menschen. Mühsam aufgebautes Vertrauen in Menschen wird so wieder zerstört.

 

bild mit hilfepuzzle

 

 

Todesangst ist extremster Stress

Körper und Psyche eines Menschen mit realer Todesangst werden Urgewalten ausgesetzt. Traumatischer Stress ist nicht im Geringsten vergleichbar mit Alltagsstress.

Krieg, Unfall, Krankheit, Verluste - all das kann schwer traumatisieren
Menschen die Krieg, Vertreibung und Flucht erleben und überleben, die Gewalt- oder Missbrauch ausgesetzt sind, die einen lebensbedrohlichen Unfall überleben, all diese Menschen sind extremsten Stress ausgesetzt.

Mitunter über viele Jahre, Jahrzehnte oder gar für den Rest des Lebens. Die krankmachenden Folgen dieses Stresses bleiben im schlimmsten Fall für den Rest des Lebens in Psyche und Körper des traumatisierten Menschen zurück. Oft ohne dass die betroffenen Menschen dies selbst wissen.

 

Trauma-Therapie: Für ein lebbares Weiterleben

Für den traumatisierten Menschen kreist jeder Gedanke um das erlebte Grauen. Ob er will oder nicht. Das eigene Weltbild verändert sich ebenso wie die eigene Persönlichkeit.
Eine gute Trauma-Therapie ebnet den Weg aus diesem Chaos, schafft Platz für Heilung und für ein neues Leben. 

Es gibt heute viele gute Therapieformen zur Heilung eines Traumas. Informationen, welche Therapieform und welche Therapeutin Ihnen weiterhelfen kann, finden Sie unter
Traumaheilung > Therapieformen und Therapeuten (im Aufbau).

 

Trauma-Symptome